Jedes Jahr gelangen mehrere hundert minderjährige Flüchtlingskinder und -jugendliche ohne Eltern oder Erziehungsberechtigte nach Deutschland. Seit 2005 muss das Jugendamt diese unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF) zwingend in Obhut nehmen. Dazu hat der Bundesfachverband Unbegleitende Minderjährige Flüchtlinge e.V. im Jahr 2009 Handlungsleitlinien verfasst. Die Stadt Chemnitz hat Modellcharakter bei der Umsetzung dieser Handlungsleitlinien. Jedes Jahr kommen etwa 50 minderjährige Flüchtlinge nach Chemnitz, wo bereits ein gutes Netzwerk aller Akteure existiert, die mit UMF zu tun haben: die AG UMF – eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern von am Thema UMF arbeitenden Vereinen und Verbänden und der Stadt.
Die AG UMF hat sich zum Ziel gesetzt, die vom Bundesfachverband verfassten Handlungsleitlinien auf allen Ebenen verbindlich umzusetzen, die Akzeptanz für die Leitlinien bei externen Akteuren wie etwa der Bundespolizei oder dem Gesundheitsamt zu steigern und so die Zusammenarbeit zu verbessern. Dazu organisierte das Netzwerk zusammen mit dem Bundesfachverband und Beraterinnen des Servicebüros im Juni 2010 einen sachsenweiten Fachtag für alle mit dem Thema UMF beschäftigten Institutionen und Verbände in Chemnitz. Ziel des Fachtags war es, über die Handlungsleitlinien ins Gespräch zu kommen, Raum für Austausch und Vernetzung zu bieten und ein nachhaltiges Akteurs-Netzwerk zu implementieren. Nach der erfolgreichen Veranstaltung, an der über 60 Personen teilgenommen haben, soll nun eine sachsenweite Landesarbeitsgemeinschaft UMF etabliert werden.
Leistungen des Servicebüros: