Fachkongress

Kindergerechtigkeit entscheidet sich vor Ort

Beim Fachkongress „Schützen, fördern, beteiligen – Für ein kindergerechtes Deutschland“ am 4. Dezember 2008 diskutierten rund 150 Vertreterinnen  und Vertreter aus Politik, Verbänden, Organisationen und Fachwissenschaft sowie 30 Jugendliche, wie der Alltag und die Lebensbedingungen in Deutschland kindergerechter gestaltet werden können.
In seinem Eröffnungsvortrag stellte Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministerium den Zwischenbericht der Bundesregierung zum Nationalen Aktionsplan „Für ein kindergerechtes Deutschland 2005-2010“ vor und resümierte, Deutschland sei auf einem guten Weg hin zu einer kindergerechteren Gesellschaft.
„Für die zweite Halbzeit des Nationalen Aktionsplans wünsche ich mir, dass wir noch stärker als bisher auf die konkreten Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen eingehen und gute Ideen noch stärker in den Kommunen und Institutionen vor Ort verankern“, erklärte Kues und forderte dazu auf, den mit dem NAP begonnenen Weg konsequent fortzusetzen.

Herausforderungen annehmen

In dem gemeinsam mit Heribert Mörsberger – einem der Initiatoren des NAP – vorbereiteten Vortrag zeichnete Dr. Jörg Maywald, Mitglied der NAP-Lenkungsgruppe, Sprecher der National Coalition und Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind den Weg des NAP von seinen Ursprüngen bis zur Gegenwart nach. Er verwies auf die besonderen Chancen, die der Nationale Aktionsplan insbesondere aufgrund der Einbindung nichtstaatlicher Akteure und seines ressortübergreifenden Charakters biete.

Stephan Grünewald, Geschäftsführer des rheingold Instituts für Markt- und Medienanalysen, machte aus psychologischer Perspektive deutlich, dass eine kindergerechte Gesellschaft nur unter Berücksichtigung der veränderten, von Medien, Konsum und komplexen Familienkontexten geprägten Lebenswelten erreicht werden könne. Übergreifendes Thema der Fachveranstaltung war die Einbindung und Partizipation von Kindern und Jugendlichen. „Junge Menschen haben den Wunsch nach mehr Teilhabe und Mitwirkung in der Gesellschaft und müssen aktiv beteiligt werden“, betonte Prof. Manfred Liebel, Kinderrechtsexperte vom Institut für Globales Lernen der FU Berlin. Es sei von zentraler Bedeutung, den Weg zu einer kindergerechten Gesellschaft nicht nur für, sondern mit Kindern und Jugendlichen zu gestalten.

Kinder und Jugendliche beteiligen

Im Rahmen der Kooperation mit dem Projekt „Kinder- und Jugendbeteiligung an der Umsetzung des NAP“ des Deutschen Bundesjugendrings und der Servicestelle Jugendbeteiligung gestalteten 30 Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren den Fachkongress engagiert mit. In einer szenischen Darbietung demonstrierten sie am Beispiel des Kindergipfels der Naturfreundejugend, wie Partizipation in der Realität gestaltet werden kann. Sowohl in den drei Foren als auch im Hauptplenum brachten die Jugendlichen ihre Positionen zum Thema aktiv ein und forderten die Erwachsenen auf, zuzuhören und einen ehrlichen Dialog zu führen.Was Kinder und Jugendliche unter Kindergerechtigkeit verstehen und was ihnen in diesem Kontext wichtig ist, dokumentiert der filmische Beitrag „Jung in Deutschland – Was heißt kindergerecht?“, der im Rahmen des Fachkongresses erstmals gezeigt wurde.

Kindergerechtigkeit umsetzen

In drei Foren erörterten die Kongressteilnehmerinnen und –teilnehmer gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen zentrale Querschnittsthemen:

  • Mehrheiten und Minderheiten – Gesellschaftliches Bewusstsein und Politik für Kindergerechtigkeit angesichts des demografischen Wandels
  • Gestaltungsräume und Infrastruktur für Mädchen und Jungen in städtischen und ländlichen Lebenswelten
  • Einbindung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Die  Ergebnisse der Foren wurden im Rahmen der Abschlussrunde mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bund, Land und Kommune diskutiert.

Die einzelnen Beiträge und Ergebnisse sowie eine Gesamtdokumentation des Fachkongresses können hier auf dem Webportal heruntergeladen werden.

Quelle: http://www.kindergerechtes-deutschland.de/fachkongress/
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