Freiraum zum Ausleben

Einigkeit und Recht – und Freiraum!

Während der Lagerbau hinterm Sofa, im Hinterhof oder am Waldrand bei Josie Barnard und zahllosen Leserinnen und Lesern des britischen Guardian Kindheitserinnerungen weckte, ist diese – auch entwicklungspsychologisch ungeheuer wichtige – Beschäftigung aus dem heutigen Kinderalltag vielerorts verschwunden.

Die Gründe, auf die Barnard bei ihren Recherchen 2006 stieß: Kein Platz, keine Zeit, kein Vertrauen. Die Folge: Das Reservat unserer kleinen (Großstadt-)Indianer ist um einen weiteren wichtigen Fantasie- und Freiraum geschrumpft. Da wundert es wenig, dass Kinder und Jugendliche mehr Freiraum fordern. Gute Frei(!)zeitangebote sind für sie eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein kindergerechtes Deutschland. Kinder und Jugendliche wünschen sich Orte zum Ausprobieren und Austoben, zum Nachdenken, zum Mitmischen, zum Unter-sich-Sein oder einfach mal zum Kind-Sein. Das gute alte Baumhaus eben.

Neuland betreten verboten?

Geschlossene Jugendzentren, unzugängliche (Schul-)Höfe und eine Betreten-verboten-Mentalität engen diese Spielräume ein. Unnötig, wie Kinder und Jugendliche finden. Ihre Forderungen an uns Erwachsene klingen plausibel:

  • Jugendzentren und -häuser auch an Wochenenden öffnen!
  • Schulhöfe und Grünflächen jederzeit offen halten!
  • Kostenlose Räumlichkeiten für freie Aktivitäten anbieten!
  • Ungenutzte Räume für die kreative Eigeninitiative nutzbar machen – von Graffitis über die Theatergruppe bis zum Skatepark!
  • Die sozialen Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen fordern und fördern und dabei vor allem auf das Voneinander-lernen setzen!
  • Die Finanzierung von Freizeitangeboten ausbauen!

Schaffen Sie in Ihrem Umfeld Freiräume, in denen Kinder und Jugendliche ihrer Neugierde nachgehen, Selbstverantwortung und Gemeinschaft erleben und eigenständig soziale Kompetenzen erwerben können.

Gute Beispiele!

 

Forschungsprojekt "Freiräume für Kinder und Jugendliche", Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

 Das Bild zeigt einen Jungen, der ein Rad schlägt und ein im Schneidersitz sitzendes Mädchen das apllaudiert.Kinder brauchen Freiräume, draußen, in Stadt und Landschaft. Das Wohnumfeld, das Quartier, der Stadtteil und die Stadt, haben für Kinder die wichtige Funktion eines Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsraums. Sie sind aufgrund ihrer Entwicklungsbedingungen darauf angewiesen, sich im Wohnumfeld frei bewegen zu können. Die Zuweisung von Spielplätzen als für Kinder reservierte Spielräume reicht bei Weitem nicht aus. Zunehmende motorische und psychische Störungen von Kindern sind auch ein Ausdruck davon, dass in der Stadt noch nicht genügend Spiel- und Bewegungsräume zur Verfügung stehen.
Quelle: http://www.kindergerechtes-deutschland.de/schwerpunkte/freiraeume/freiraeume.html
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